Employer-PR: Was heißt das eigentlich?
22. März 2011 – 08:00In einigen Büchern und Studien zum Thema Kommunikation von Arbeitgebern ist mir in den vergangenen Monaten immer wieder eine gewisse Nachlässigkeit mit den verwendeten Begriffen aufgefallen. Ein gutes Beispiel dafür scheint mir die Kienbaum-Studie HR 2010 zu sein, die mir erst jetzt „zugelaufen“ ist. Dort wird unter anderem die Frage gestellt „Wie schätzen Sie heute die Bedeutung des Themas Employer PR ein?“ 65 Prozent der Teilnehmer beurteilten das Thema als „wichtig“, 24 Prozent als „sehr wichtig“. Der Schluss der Studienautoren, demzufolge „das Thema Employer PR“ immer mehr an Bedeutung gewinne, liegt da natürlich nahe. 33 Prozent der Befragten gaben dementsprechend an, schon „eine spezielle Zuständigkeit für Employer PR“ implementiert zu haben. Das klingt irgendwie nach Neuigkeit und Aufbruch im Personalmarketing.
Definiert wird Employer PR in der Studie jedoch so: „als Arbeitgeber mittels Public Relations mit seinen Zielgruppen zu kommunizieren“. Soweit so gut. Fragt sich bloß, was hier mit „Public Relations“ gemeint ist. Der Wert der Kienbaum-Analyse steht für mich deshalb in Frage, weil unter „Employer PR“ nicht exklusiv PR-Instrumente der Kommunikation verstanden werden, sondern offensichtlich das gesamte Spektrum der externen Arbeitgeberkommunikation: Anzeigen, Broschüren, Hochschulmarketing, Recruitingmessen, Karrierewebsites und auch die Pressearbeit. Zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben übrigens an, das Instrument „Pressearbeit“ nur manchmal, selten oder nie zu nutzen.
Zugegebenermaßen werden die Begriffe „PR“ und „Marketing“ in der Alltagssprache häufig parallel verwendet. Wer aber unter „Employer PR“ sämtliche Kommunikationsinstrumente von Arbeitgebern subsummiert und in einer Umfrage nach der Bedeutung fragt, erhält Ergebnisse zum Stellenwert der externen Arbeitgeber-Kommunikation insgesamt, die nach wie vor in weiten Teilen immer noch auffallend den klassischen werblichen Strategien folgt. Aussagen über den Gebrauch von PR-Strategien und –Methoden in der externen Arbeitgeberkommunikation kann man mit solchen Umfragen nicht treffen, damit auch nicht über „Employer-PR“, wenn der Begriff irgendeinen Sinn haben soll. Oder wird hier einfach nur ein neues Wort für einen alten Sachverhalt verwendet?
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