Employer-PR: Das Personalmarketing muss Öffentlichkeitsarbeit für sich erst noch entdecken.

5. Juli 2010 – 11:18

Allerorten verschieben sich in der Unternehmens- und Produktkommunikation derzeit die Budgets weg von der klassischen Reklame und hin zur PR. „Dahinter steht auch die Erkenntnis, dass die Social Media keine Werbekanäle sind und PR hier klare Vorteile besitzt“,  schreibt das Branchenblatt „PR Report“ in seiner Juliausgabe.

Und im Personalmarketing? Auch hier gibt es immer mehr Versuche, mit einer aktiven HR-PR-Strategie ernst zu machen. Meist treiben derzeit aber die Abteilungen für Unternehmenskommunikation solche Ansätze, nicht die Personalmarketingverantwortlichen. Da setzt das Gros weiterhin auf Reklame. Das liegt nach meiner Einschätzung daran, dass PR-Ansätze und -Mittel in der Vergangenheit nicht unbedingt in den Personalmarketingabteilungen zuhause waren. Ebenso wenig im Beratungsmarkt, der um das Thema Personalmarketing kreist.

Der bietet neben der üblichen werblichen Praxis immer noch sehr viel metastrategisches Trallala ohne Bodenhaftung und echte Umsetzungskompetenz in der Kommunikation. Das wissenschaftliche Mäntelchen ist in vielen Fällen dünn, auch wenn einige Akteure ihr Image gezielt mit Emblemen aus dem Wissenschaftsbetrieb aufladen. Doch wollen wir uns heute nicht lange bei der schwierigen Aufgabe aufhalten, in der HR-nahen Wissenschaft Parodie und Original auseinanderzuhalten. Das ist sicherlich ein lohnendes Thema, führt uns aber zu weit von unserem eigentlichen Gegenstand weg. Der springende Punkt ist das kommunikative Tun. Und die auf diesem Tun beruhende Erfahrung.

Keine Angst: Auch ich „habe verstanden“ und bin auf dem Markenauge nicht blind. Ohne tiefgreifende Analyse des Angebots als Arbeitgeber, des Images bei den internen und externen Talentmärkten, des arbeitgeberseitigen Wettbewerbs, der Touchpoints sowie der strategischen Ziele des Unternehmens, meinetwegen auch der Unternehmensmarke, gibt es keine effiziente Kommunikation als Arbeitgeber. Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, ich versuche jetzt einmal ganz ohne den arg strapazierten Begriff „Employer Branding“ auszukommen (Ups, Google hat mich in diesem Ausnahmefall gezwungen!). Doch wie sollen Arbeitgeber anschließend in einer veränderten Medienwelt erfolgreich kommunizieren, wenn sie selbst und ihre Berater ausschließlich in Reklamekategorien beruflich sozialisiert wurden? Die Ergebnisse und Handlungsanweisungen solcher Analysen werden für die kommunikative Praxis im 21. Jahrhundert in den meisten Fällen nicht anschlussfähig sein.

Erlauben Sie mir zum Schluss noch einen kurzen Hinweis in eigener Sache: www.employer-pr.de

  1. Ein Kommentar zu “Employer-PR: Das Personalmarketing muss Öffentlichkeitsarbeit für sich erst noch entdecken.”

  2. Interessanter Artikel aus dieser Perspektive hab ich das noch nicht betrachte. Danke für die Empfehlung! Grüße!

    geschrieben von Ingeborg Krohne am 07. Jul, 2010

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