HR Social Media: keine Sparbüchse

Seit einigen Jahren habe ich neben den deutschsprachigen Personalfachzeitschriften auch das HR Magazine abonniert, die Zeitschrift des weltweit größten, US-amerikanischen HR-Fachverbands SHRM (Society for Human Resources Management LINK). Vorab: Das Blatt ist inhaltlich wie grafisch eine Freude und zeugt mit seiner regelmäßigen Fülle an ganzseitigen (zum Teil doppelseitigen) Anzeigen nebenbei von der Vitalität der „HR Industry“ jenseits des Atlantiks.
Besonderen Augenmerk richtet das HR Magazine seit einigen Jahren – wie auch seine publizistischen Pendants hierzulande – auf das Thema HR und Social Media.

Wichtigste Investition: Arbeitszeit
In der Augustausgabe sind jetzt einige erhellende Bemerkungen dazu in dem Beitrag „Find Social Media’s Value“ zu lesen. Der Artikel konzentriert sich vor allem auf das Beispiel United Parcel Service (UPS). Der große Arbeitgeber (398.000 Mitarbeiter) nutzt Facebook, Twitter, LinkedIn und Google Plus, um Jobposts und Geschichten zum Arbeiten im Unternehmen zu verbreiten. Investiert, so Matt Lavery in dem Beitrag, der bei UPS für Talentgewinnung verantwortlich ist, werde vor allem die Arbeitszeit von Recruitern.

„Cost Shift“, keine Sparbüchse
Mit Hilfe gleich mehrerer Reportingtools verfolgt UPS dabei das Ergebnis dieser Aktivitäten recht genau nach (scheint nicht ganz trivial zu sein…). UPS hat laut HR Magazine 2009 100 Mitarbeiter über Social Media rekrutiert, 2011 seien es schon 2.900 gewesen, wobei die Konversionsrate der Social Media-Kandidaten im Vergleich zu traditionellen Kanälen auffällig hoch sei. Das ist erst einmal beeindruckend, weitaus interessanter fand ich persönlich aber die recht nüchterne Bemerkung das Autors im Hinblick auf die Kosten: Social Media Recruiting ist eben nicht umsonst zu haben: „creating meaningful results from social media-based recruiting (…) requires ongoing labor costs“. UPS-Talentmanager Lavery bezeichnet HR Social Media deshalb auch als „cost shift“: „Instead of spending money on job boards (…) you’ll have to shift some of those dollars to pay for people (…)“. Diese kümmern sich dann um das Monitoring der Nutzeräußerungen, den Dialog sowie das Erstellen relevanter Inhalte. Professionelle Kommunikation kostet eben.